Spielekonsolen: Computerspielemuseum in Berlin

Computerspiele haben entscheidende Schritte in ihrer Entwicklung getan und seit dem 21. Januar 2011 widmet sich eine Daueraustellung unter dem Titel "Computerspiele. Evolution eines Mediums" dieser Geschichte. Ein Besuch lohnt sich!

In den herkömmlichen Medien werden Computerspiele viel zu oft bloß mit den in Verruf geratenen Ballerspielen und irgendwelchen Amokläufen durchdrehender Halbstarker in Verbindung gebrach. Das ist rückblickend auf die Geschichte der Computerspiele keinesfalls gerechtfertigt.

Spielekonsolen und andere Geräte haben längst Einzug in jene Haushalte gehalten, deren Mitglieder nicht den ganzen Tag vor dem Computermonitor sitzen. Die Ausstellung in Berlin zeigt dazu auch mit über 3000 Ausstellungsstücken die Spiel- und Experimentierfreudigkeit, welche die überwiegende Zahl der Gamer mit dem Medium Computerspiel verbinden und so zählen die digitalen Spiele schon längst zum Kulturgut. Heute liefert diese Ausstellung neben vielseitigen Informationen und Einsichten rund um Soft- und Hardware alter und neuer Spiele-Klassiker über Spielhallen-Automaten die Möglichkeit, auch spielerisch auf eine Zeitreise bis hin zum legendären "Pong-Spiel" von 1979 Hand an zu legen.

Computerspiel: Pong ist Kult

Pong wurde von der Firma Atari bereits 1972 entwickelt und gelangte weltweit eben vor allem dadurch zu enormer Bekanntheit, dass dieses Spiel über Automaten in Spielhallen von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Schließlich waren Computer damals noch vergleichweise voluminöse und teure Rechenmaschinen und darum längst noch nicht in den privaten Haushalten integriert. So ist der Pong-Automat auch streng genommen gar kein Computer, sondern basierte auf einem festverdrahteten Schaltkreis, der nur teilweise digital war. Pong gilt als der Urvater aller Videospiele, obschon es nicht das erste Spiel war, das jemals entwickelt wurde.

Vorher gab es nämlich schon die Firma Magnavox und ihre Spielkonsole Odyssey, die auf einer ähnlichen Technik basierte und auf die bereits ein Patent angemeldet war. So wurde Atari auch zu einer Zahlung von 700.000 Dollar an Magnavox verdonnert, was den Erfolg von Pong jedoch nicht schmälern konnte. Die öffentliche Zugänglichkeit via Spielhallen nutzten die Menschen vornehmlich, um am Bildshirm ganz einfach und mit rudimentären Formen visualisiertes Tennis, bzw. Ping-Pong zu spielen. Mit dem Verkauf an Sears pflanzte sich Pong zu einem Multi-Game zu Super Pong, Table Soccer, Soccer, Hockey, Quadrapong, Handball, Volleyball und Basketball fort.

Blinkenlights: Das Handy wird zur Spielekonsole

Im Jahr 2001 griff eine unabhängige Künstlergruppe aus dem Chaos Computer Club unter dem Namen "Blinkenlights" das alte Kult-Spiel Pong von damals wieder auf. In interaktiven Lichtinstallationen an Häuserfassaden rund um den Alexanderplatz in Berlin konnte man per Mobiltelefon nicht bloß persönliche Botschaften an der Wand aufleuchten lassen, sondern eben auch das Computerspiel Pong daddeln.